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Dienstag, 29. Dezember 2015
Kat: Meldung
Vier Eisbären aus Bremen-Nord

Von: Marc Gogol (Weser Kurier, Die Norddeutsche, 28.12.15)

Lasse Grafunder, Simon Bekele, Max Ilinseer und Justus Messer haben den Sprung in die Jugend-Basketball-Bundesliga geschafft

Bremen-Nord. Vier 14- und 15-jährige Nachwuchsbasketballer aus dem U 16-Team von Basketball Lesum/Vegesack (BLV) haben den Sprung in die Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) geschafft: Lasse Grafunder (Jahrgang 2000) und die 2001 geborenen Simon Bekele, Max Ilinseer und Justus Messer mischen in der JBBL Nord im Nachwuchsteam der Eisbären Bremerhaven kräftig mit.

Dass in dieser Saison überhaupt Bremer Spieler auf nationaler Ebene auf Korbjagd gehen würden, war im Sommer noch nicht abzusehen. Die U16 der Weser-Baskets-Akademie Bremen scheiterte im Juni beim Qualifikationsturnier für die Jugend-Bundesliga. Das Trainerduo Malte Haedecke und Dejan Stojanovski bemühte sich im Nachgang aber um eine Kooperation mit den qualifizierten Eisbären Bremerhaven, die nach einem „Try Out“, also einem Vorspielen der Talente, die vier Nordbremer in ihr Nachwuchs-Bundesliga-Team integrierten.

„Alle vier haben sich individuell sehr gut entwickelt“, bescheinigt Eisbären-Headcoach Patrick Seidel, der von den Brose Baskets Bamberg aus Franken an die Nordseeküste kam, dass das Experiment gelungen scheint. „Sie haben jetzt bereits im Durchschnitt alle über 20 Minuten Spielzeit pro Partie und haben sich dank ihrer Trainingsleistungen auch mehrmals in die Starting Five gespielt“, berichtet Seidel weiter. Während es für Lasse Grafunder, den 1,93 Meter großen Forward und Center, die letzte Saison in der JBBL ist, sind Simon Bekele, Max Ilinseer und Justus Messer nach Aussage von Patrick Seidel bereits für die Saison 2016/17 bei den Eisbären Bremerhaven fest eingeplant. „Und das wollen wir auch“, sagen die drei unisono. Lasse Grafunder müsste altersbedingt dann in der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL) auflaufen. Auch da haben die Eisbären Bremerhaven zurzeit aber ein Team in der Staffel Nordost.

Für das Quartett von Lesum/Vegesack bringt das JBBL-Geschehen einen aufwendigen Wochenplan mit sich. Mehrmals ist Training in Vegesack, freitags in der Walter-Kolb-Halle in Bremerhaven. „Wir fahren dort meist zusammen mit einem Elternteil hin und zurück“, berichtet Simon Bekele. Rückkehr ist gegen 21 Uhr abends, am nächsten Tag steht dann meist ein Landesliga-Spiel für die BLV-Mannschaft an. Lasse Grafunder, der schon die zehnte Klasse besucht, muss oftmals seine Basketball-Klamotten schon morgens mit in die Schule nehmen, da er dreimal die Woche bis 16 Uhr nachmittags Unterricht hat. „Ich werde dann direkt von der Schule abgeholt, damit es zeitlich passt“, erläutert der Lesumer und unterstreicht die Wichtigkeit des elterlichen Fahr-Dienstes.

Apropos Lesumer. Auch Justus Messer (1,92 Meter, Forward/Center) und Max Ilinseer (1,70 Meter, Guard) haben beim TSV Lesum-Burgdamm mit dem Basketball begonnen, Simon Bekele (1,81 Meter, Forward) hat zunächst bei der BSG Blumenthal/Schwanewede auf Körbe geworfen, ehe er über den Vegesacker TV in die Spielgemeinschaft Basketball Lesum/Vegesack kam.
Alle vier Jugendliche haben vor ihrer Basketball-Karriere noch andere Sportarten betrieben: Fußball, Schwimmen, Tischtennis und Turnen. Jetzt bleibt aber nicht mehr genügend Zeit für weitere Hobbys. Lediglich Justus Messer möchte weiterhin das Horn im Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord blasen, ein gutes halbes Jahr lang hat er auch schon einmal Schlagzeug gespielt.

Zurück zum sportlichen Geschehen: Die Zeit spielt auch eine Rolle, wenn man die vier BLV-Cracks nach ihrem liebsten auswärtigen Spielort befragt. Nicht Rendsburg, Lübeck oder Hamburg, nein, Oldenburg ist das beliebteste Reiseziel. „Es ist nicht so weit weg, man muss nicht so früh aufstehen“, sagen Simon Bekele und Max Ilinseer. Justus Messer und Lasse Grafunder nicken zustimmend. „Und wir kennen einige Oldenburger Spieler auch aus der Landesliga, es ist interessant, dann auch in der JBBL gegen sie zu spielen“, ergänzt Lasse Grafunder.

Überhaupt fühlen sich die vier im Eisbären-Team in der JBBL pudelwohl. „Basketball wird in der Bundesliga viel intensiver gespielt, und so macht es mir in der letzten Zeit viel mehr Spaß“, betont Max Ilinseer. „Es ist auch viel mehr Körperkontakt erlaubt als in der Landesliga, dort wird jeder Schubser gleich abgepfiffen“, ergänzt Simon Bekele, was Justus Messer ebenfalls erfreut. „Je intensiver das Spiel ist, desto mehr strenge ich mich an. Sonst meckere ich aus Langeweile schon mal meine Mitspieler an“, gibt Messer zu. Lasse Grafunder dagegen hat vor allem Gefallen am professionellen Coaching von Patrick Seidel und seinem Co-Trainer Pascal Schimanski gefunden: „Patrick motiviert mich unheimlich gut. Er passt vielleicht auch so gut zu uns, weil er mit 22 Jahren noch etwas jünger ist.“